Ur-Seeheimerin und "Grande Dame" der SPD: die ehemalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger
Seeheimerin Karin Evers-Meyer von der Willy Brandt Skulptur von Rainer Fetting
Der spätere Chef der Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster, als junger Abgeordneter.

Ihre Position: Geschichte

Die Tradition der Seeheimer

Mehr als 30 Jahre liegt die Gründung des Seeheimer Kreises nun zurück. 30 bewegte Jahre, in denen die Seeheimer vieles erreicht und so manches möglich gemacht haben: Da sind die großen Namen der Genossinnen und Genossen der ersten Stunde, von Annemarie Renger bis Hans-Jürgen Wischnewski. Da sind die wichtigen Entscheidungen, bei denen die Seeheimer immer deutlich Position bezogen haben, wo es sein musste auch entgegen heftiger Kritik von außen. Parallel zu den Kanalarbeitern gründete Günther Metzger 1969 den nach ihm benannten Metzger-Kreis, an dessen Stelle ab 1972 der Arbeitskreis Linke Mitte trat. Sie alle waren Vorläufer des heutigen Seeheimer Kreises.

Godesberger Flügel
Als die ideologischen Auseinandersetzungen innerhalb der SPD zunahmen, gründeten Heinz Ruhnau und Hans-Jochen Vogel zusammen mit prominenten Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt und Georg Leber den „Godesberger Flügel“ der SPD, um einen Rückfallen hinter das Godesberger Programm der SPD zu verhindern.

Das Lufthansa-Schulungszentrum in Seeheim
Ein Treffen im Dorint-Hotel in Lahnstein im Dezember 1974 kann als das Gründungsdatum der Seeheimer gelten. Schon im Vorjahr hatte sich dort auf Einladung von Hans-Jochen Vogel das erste Mal ein Kreis von etwa 40  Sozialdemokraten getroffen, um gegenüber der Linken aus der „theoretischen und ideologischen Defensive“ herauszukommen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen auch der ehemalige politische Weggefährte von Willy Brandt, Richard Löwenthal, sowie Gesine Schwan. Von 1978 bis 1984 traf sich die zunächst als Lahnsteiner Kreis bekannt gewordene Gruppierung im Lufthansa-Schulungszentrum in Seeheim an der Bergstraße. Hieraus entstand die noch heute gültige Bezeichnung Seeheimer.

Mit Helmut Schmidt für vernünftige Politik
Zwischen 1974 und 1982 hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt einige Seeheimer in sein Ministerkabinett aufgenommen. Sie waren sein Rückhalt in der innerparteilichen Auseinandersetzung um einen pragamtischen, verantwortungsvollen Kurs der SPD als Regierungspartei. Nach dem Ende der Helmut-Schmidt-Ära 1982/1983 gingen die Kanalarbeiter endgültig im Seeheimer Kreis auf. Die Seeheim-Chronik bietet einen kurzen Abriss über die Geschichte der pragmatischen Kräfte innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion.

Buchtipp: Der Richtungsstreit in der SPD

Ein erstklassige Darstellung zur Geschicht der Seeheimer finden Sie in dem Buch "Der Richtungsstreit in der SPD" von Annekatrin Gebauer. Sie können das Buch hier bestellen oder online kostenlos hier lesen.